Edition Alpha et Omega

 

 

 

 

Das Zend-Avesta


Textauszug (Unbekannte Begriffe werden im Buch erläutert.)



Die anbeginnlose Zeit

Der Geist des Parsen verliert sich beim Nachdenken über den Voranfang der Welt und der Wesen und der Zeit im Anbeginnlosen, der ewigen Ewigkeit, der Zeit ohne Maß, Folge und Grenzen. Er steigt von Wesen unter sich die Leiter aller Wirkenden, Schaffenden, Lebenden hinauf und kommt zum Urgrund alles dessen was sichtbar und unsichtbar ist. Hier senkt sich sein Geist und Denken ins Meer des Unergründlichen, steht, schweigt und betet die ewige Ewigkeit an. So wie das Auge des Antlitzes nicht über die Unermesslichkeit des Raums und Äthers schaut, so findet das Auge, das in ihm ist, heilige Dunkelheit, Ewigkeit im Leben, aber in unschaubarer Nacht, in Unergründlichkeit der Länge und Weite, Höhe und Tiefe, in Anbeginnlosigkeit, in Zeit ohne Grenzen. Er setzt einen Ruhepunkt all seines Glaubens, Sehens und Verstehens in der Zeit vor aller Zeit, die in Unendlichkeit verschlungen ist. Hier findet er aber nicht leere Öde, sondern zu tausendmal Zehntausenden den Urgrund aller Wesensstufen, den allerhöchsten Gott, über alles und durch alles, wie er ihn nach der Wesenschöpfung nennt, den er, weil er ohne Anfang und Vater ist, und selbst alle Wesen aus sich geboren hat, durch ewige Ewigkeit, als Zeit ohne Anbeginn symbolisiert. Der Ewige ist Schöpfer des Urlichtes, Urwassers, Urfeuers oder der Same zu dem, was danach beim Beginn der Wesen Licht und Wasser und Feuer wurde. Er lag von Ewigkeit in der grenzenlosen Zeit verborgen, der ewige Geist, seinem Wesen nach „Wort", das vor allen sichtbaren und unsichtbaren Wesen da war und wodurch alles, was Wesen hat, geworden ist.

                                                             
 

Zurück zum Inhalt

Zurück zur Hauptseite

 


Mail; Copyrighthinweis; Impressum; Haftungsausschluss